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Hexen,
Druiden, Magier
In
einem Lande, da der Praiosglaube so fest im Volk verwurzelt ist, ist wenig Raum
für magische Umtriebe, so sollte man meinen. Nicht umsonst ist vor 70 Jahren
die Halle der Macht auf Druck der Priesterschaft wie auch des Magistrates von
Greifenfurt nach Lowangen umgesiedelt.
Und ob dem Ersuchen einiger Magier aus Lowangen, die sich mit den Entwicklungen
in der Halle der Macht nicht einverstanden zeigten, und denen schlußendlich nur
die Flucht blieb, zu Greifenfurt eine neue Akademie grauer Ausrichtung zu gründen,
nachgekommen wird, darf mehr als bezweifelt werden.
Nein,
in den besiedelten Gegenden Greifenfurts wird man nur selten von einem
Zauberweibe munkeln hören, auch wenn es selbstverständlich Kräuterkundige und
Hebammen gibt, die sich um die Menschen bekümmern. Keine Hexe, die auf ihr
Leben und ihre Unversehrtheit Wert legt, wird sich hier ohne Not offenbaren, zu
groß ist das Risiko, daß Abergläubische in Zeiten der Not sich einen Sündenbock
suchen. Den Druiden aber ist ja eh’ zu eigen, die Menschen zu meiden. Wohl
aber mag man sie in den entlegeneren Gebieten verstohlen als Helfer in der Not
zu Rate ziehen, wo die Praioskirche fern, die helfende Hand des Zauberweibes/-mannes
aber nah ist.
Magiern
begegnet man mit großem Mißtrauen, wandeln solche doch nur selten auf den Straßen
der Mark, und gar zu viele böse Geschichten hat man gerade in jüngster Zeit
von ihren Taten erzählen hören. Märchen von bösen Zauberern, die mitten im
Wald in dunklen Türmen sitzen und böse Dinge aushecken, erzählt man beileibe
nicht allein den Kindern, um sie zu erschrecken.
Eine
Folge dieses tiefen Mißtrauens wider die Magie ist aber auch, daß solche
Kinder, die mit der Gabe geboren worden sind, nicht zu beneiden sind, zumindest
wenn es ein Kind einfacher Leute ist. Man begegnet ihnen mit großem Argwohn,
bisweilen sollen Übereifrige gar ihre Kinder der Inquisition übergeben haben,
aus Furcht vor den Kräften, die in ihnen schlummern.
Als
Ironie des Schicksals muß es bezeichnet werden, daß just der Umstand, daß nur
selten Gildenmagier sich hierher verirren, dazu führt, daß zauberkräftige
Kinder häufig Hexen oder Druiden in die Hände fallen, die den unliebsamen
Nachwuchs entweder für ein paar Taler von ihren Eltern loskaufen oder die
Kinder einfach rauben. Dann heißt es, die Feen haben das Kind geholt. Einzig
die Mephaliten sorgen dafür, daß Kinder, die die Gabe haben in die Obhut der
Gildenmagie überantwortet werden, um sie einen verantwortungsvollen Umgang mit
ihren Kräften zu lehren. Seit Jahren schon mahnt der Orden diese Entwicklung
an, doch haben Praioskirche und Adel bislang nicht reagiert.
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