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Alltagskost:
Die
typische Kost des Greifenfurters, sofern nicht sehr wohlhabend, und das schließt
auch den größten Teil des Adels ein, besteht aus Getreidebrei - mal süß, mal
herzhaft -, Rüben und Kohlgerichten, selten genug mit ein wenig Fleisch
schmackhafter gemacht. Nicht umsonst sind die Greifenfurter in
„zivilisierteren“ Gegenden als „Kohlfresser“ verschrien. Auch Brot mit
Quark oder anderen Frischkäsen erfreut sich großer Beliebtheit. Begehrt ist
der Greifenfurter Katenkäse, ein frischer Weichkäse aus Ziegen- und Kuhmilch.
Dazu
trinkt man Dinkel- oder Kräuterbier oder pures Wasser.
Wildbret
bessert die Mahlzeiten auf, vor allem an den Tafeln der Adeligen. Zwar hat
Greifenfurt eines der strengsten Jagdgesetze, doch hat mancher Baron die
strengen Bestimmungen angesichts der Not seiner Bauern in den Hungerwintern nach
und während der Orkbesetzung für seine Pfründe gemildert. So ist die
Niederjagd (d.h. die Jagd auf Wildgeflügel, Hasen etc.) den freien Bauern in
einigen Baronien erlaubt. In
Gegenden wo der Herr das Jagen weiterhin untersagt, geht man eben „über die
Grenze“ - die wilden Tälern des Finsterkammes sind niemandem untertan und das
Wild Freiwild. Auch wenn man sich mit seinem Fang nicht vom Büttel erwischen
lassen sollte ...
Fisch
wird gerne auf die Tafel gebracht, bevorzugt gebraten oder in würzigen Saucen
gekocht. Allerdings sind die Gewässer seit den Hungertagen annähernd
leergefischt, so daß selbst Gnitzen seltene Gäste auf den Tellern geworden
sind.
Berühmt
ist die Greifenfurter Küche für ihre Spezialitäten mit Obst: Gerne gibt man
Trockenfrüchte oder Kompott an deftige Speisen wie Braten oder bereitet süße
Saucen dazu. Was auf den ersten Blick befremdlich erscheinen mag, erweist sich
dem unvoreingenommenen Koster als wohlmundend, und kaum jemandem läuft wohl
nicht das Wasser im Munde zusammen, denkt er an Wildschwein mit
Preiselbeersauce.
Alles,
was nicht im Lande wächst, gilt als Luxus und muß für teures Geld
herbeigeschafft werden. Wen wundert es da, wenn selbst auf der Tafel des Barons
nur selten Wein zu finden ist, denn Trauben gedeihen hier nur kümmerlich.
Nichtsdestotrotz rühmen sich gleich zwei Barone, das nördlichste Weingut des
Mittelreiches zu unterhalten und einen eigenen - für gewöhnliche Zungen
ungenießbaren - Rebensaft zu keltern - das Greifenberger Sauertöpfchen und das
Schwarzberger Praiostöpfchen.
Statt
dessen trinkt man Kräutertee - kalt und warm - und Bier, wie Eslamsbräu oder
Quastenbräu, an den ärmeren Tafeln nicht selten mit Wasser gestreckt, wenn
nicht gar völlig durch Brunnenwasser ersetzt. Außer den beliebten Beerenweinen
und -schnäpsen kennt man in den Baronien am Rande des Finsterkamms noch den
Bergtau, einen klaren, frischwürzigen Brannt aus Korn und Schneestolzwurzeln.
Aus Dergelstein ist der Dergelsteiner Zwetsch’ bekannt, ein Pflaumenwein.
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