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Lechdans
Erbe” -
Die märkische Kriegsschule
“...Natürlich,
hoher Herr. Wenn Ihr von der Stadt aus gen Firun auf der Straße nach Hundsgrab
gut 15 Meilen reisen tut, dann könntet Ihr sie linker Hand in einer
beschaulichen Talsenke finden. Ist sehr berühmt bei unser einem, ja ist sie.
Wer hätte das je gedacht, daß unsere geliebte Mark je eine solch‘ berühmte
Schule bekommen tut.
Beschaulich
sieht der Gutshof ja aus, so hat es dort ein durchaus wehrhaftes Herrenhaus mit
einer Fechthalle, große Stallungen nebst Scheune und einem kleinen Gesindehaus.
Alles wird von einer gut drei Schritt hohen Steinmauer umgeben, die aus festem
Sandstein des Finsterkammes gefügt ist.
Lieblich
sind die weiten Felder und Wiesen um das Gut herum anzusehen, unweit davon tut
auch der Breiten-Fluß von Weihenhorst kommend gen Greifenfurt fließen.
Auf
den Feldern bauen die fleißigen Knechte und Mägde der Kriegsschule allerlei
Gemüse, Salate und Tierfutter an, um unabhängig zu sein.
Keine
Meile entfernt tut sich zum Fluß hin ein größeres Wäldchen anschließen, an
dessen Rande ein kleiner, efferdgefälliger Weiher liegen tut...”
-
aus den Reiseerzählungen des wandernden Rittmannes Leodan von Efferdsquell, im
Gespräch mit einem märkischen Bauern, 28 Hal
Erst
seit gut 10 Götterläufen beherbergt die Mark nun wieder eine der himmlischen
Leuin gefällige Institution, welche sich dem ehrenhaften Verbreitung der
rondragefälligen Tugenden verschrieben hat.
Ehedem
schon zu Zeiten der Altvorderen waren die Ritter der Mark Schutz und Schirm des
Greifen Land, bereit mit Schwert und Schild gegen die Feinde der Zwölfgöttlichen
Lande zu fechten. Im Namen des Götterfürsten machten sie die Lande urbar und
hielten gegen Schwarzpelze und wildes Getier strenge Wacht.
Doch
auch der stürmischen Herrin des Krieges wurde ebenfalls stets gehuldigt und
Ehre gezollt, Ihr Geist beflügelte in der Schlacht die wackeren Streiter gleich
dem Heiligen Lechdan. Dieser stritt ehedem in den dunklen Gängen von Saljeth
gemeinsam mit Helden der Zwergen und Elfen gegen finstere Priester der orkischen
Götzen.
So
ist auch der kampferprobte Schildmeister von “Rondras Wehr”, wie man dorten
auch die uralte “Schildwacht Saljeth” des Schwertbundes nennt, sehr darauf
bedacht die rondrianischen Tugenden zu verbreiten und unterstützte darob schon
in der Vergangenheit recht freizügig die Bemühungen des Schulleiter der
Kriegsschule. Schwertbruder Bodar von Reifenberg hatte schon des öfteren eine
handfeste Auseinandersetzung mit dem damaligen Illuminierten Anselm Horninger
darüber geführt, welche Kirche wohl am meisten dafür getan habe des Greifen
Land von der Orkenpest zu befreien. Beide Sturköpfe mochten wohl den Ausgang
als ihren Sieg gefeiert haben...
Gegründet
wurde die Kriegsschule im Götterlauf 22 Hal von dem altgedienten Recken Hlûthar
von Schellenstein, der schon auf Maraskan des Kaisers Reto blauen Rock getragen
hatte. Sein Altenteil und größter Wunsch sollte sich auf den Grundmauern eines
verfallenen Gutshofs im Firun der Stadt Greifenfurt, etwa 15 Meilen des Weges
gen Hundsgrab, erfüllen.
Ohne
die wohlwollende Hilfe von Rondrakirche und Heermeister wäre dies jedoch so nie
möglich gewesen. Doch die Zeit schreitet rasend weiter und verändert die
althergebrachte Denkweisen.
Mit
dem wohl eher traditionell geprägten Denken der alteingesessenen Märker, daß
Schwarzpelze nie die rechte Disziplin und den nötigen Verstand aufbrächten
einen längeren Eroberungsfeldzug zu führen, wurde im Orkensturm gründlich
aufgeräumt.
Die
Eroberung der Svelltlanden redete man noch eifrig schlecht, war man hier doch
dem Irrglauben verfallen mit einem disziplinierten Heerhaufen die Orken
zerstreuen zu können. Schließlich hatten die Svellttaler ja keine nennenswerte
Truppen von vergleichbarer Schlagkraft wie das Kaiserreich aufzubieten, so
dachte man zumindest in Greifenfurt.
Aus
den bitteren Niederlagen am Nebelstein und bei Orkenwall hatte man in der
Markgrafschaft Greifenfurt jedoch mittlerweile trotz hohem Blutzoll seine Lehren
gezogen, zu nah war immer noch die Bedrohung durch die Schwarzpelze. Selbst nach
der siegreichen Schlacht auf den Silkwiesen vor Gareths Toren oder der Befreiung
der Stadt Greifenfurts von der orkischen Pest wollte nicht die rechte Lust
aufkommen den gewonnenen Krieg zu feiern.
Viel
zu tief waren die Wunden in das Selbstvertrauen der alteingesessenen
Greifenfurter geschlagen worden, als daß sie zum gewöhnlichen Tagewerk überzugehen
vermochten. So war man sich sehr schnell einig, daß man das eigene Kampfesweise
an die Neuerungen der orkischen Kriegsführung anpassen mußte.
Hier
stand die leider nur kleine Gemeinde der himmlischen Leuin dieser Entwicklung
Oheim¹ und beeinflußte im Sinne ihrer Herrin Rondra die Änderungen in der
Greifenfurter Kriegskunst. Und die Institution einer Kriegsschule sollte neben
den Schwertschwestern und -brüdern der Rondrakirche für die Verbreitung in der
Mark und darüber hinaus sorgen.
Die
noch recht junge Schule gab in der Vergangenheit und gibt auch heute noch ihren
Zöglingen eine elitäre Ausbildung mit auf den Weg, welche neben der rondragefälligen
Kriegskunst auch die im und nach dem Orkensturm entwickelten Taktiken und
Kampfstile zu vermitteln versucht. Wo in den vergangenen Zeiten der Adel und das
Bürgertum seine Kinder nach Baliho, Rommilys oder gar Wehrheim schicken mußte,
hat sich dies nun für die Mark grundlegend geändert.
So
müssen die Zöglinge unter den gestrengen Augen ihres Schulleiters Hlûthar von
Schellenstein in fünf langen und harten Götterläufen ihren Wert beweisen und
niemand wird sich auf den Lorbeeren vergangener Helden ausruhen können, ob von
Stand oder bürgerlicher Herkunft. Ein jeder Zögling muß seinen Wert erst
beweisen, doch am Ende kann er stolz und gestählt auf den überall begehrten
Kriegerbrief blicken.
Zum
Beginn der fünf Götterläufe bekommt jedweder Zögling sein eigenes Pferd
zugeteilt, für das er während seiner gesamten Ausbildung verantwortlich ist.
So muß er lernen das Wesen seines Pferdes zu erkennen und beherrschen, damit
beim Lanzenreiten, im wilden Gefecht oder bei Widrigkeiten des vom Herrn Efferd
gesegneten Wetter das gute Roß ruhig bleibt und nicht wie ein junges Fohlen
ausbricht.
Desweiteren
erlernen die jungen Zöglinge die Kampfeskunst in allen Varianten, ob hoch zu
Pferde oder zu Fuß, ob mit Säbel, Schwert, Hammer, Speer, Schild und Bogen, ob
im Kettenhemd oder Gambeson. Ferner wird das Laufen in schwerer Rüstung und das
Schwimmen in den zahlreichen Gewässern der Mark bis zur Beherrschung geübt bis
so mancher Zögling oft vor Erschöpfung in die Arme des dunklen Herren Boron
und seiner sanften Tochter Marbo fällt.
An
Taktiken, die aus dem Orkensturm hervorgegangen waren, haben sich der
Sturmangriff hoch zu Roß und die Eschenfurter Wende bewährt, die beide schon
seit langem im Bornischen bekannt sind. Gerade mit letzterer hatten die
Schwarzpelze in der verhängnisvollen Schlacht von Orkenwall dem Heer unter König
Brin doch arg zugesetzt.
Der
Sturmangriff wird vermittels einer leichten Reiterlanze ausgeführt, die dem
orkischen Yagrik oder der Dschadra aus den Ländern der Novadis doch sehr ähnelt.
Die Eschenfurter Wende stellt ebenfalls einen Sturmangriff dar, bei dem der
Reiter jedoch einen wahren Hagel von Wurfspeeren oder Pfeilen auf die Reihen des
Feindes niederprasseln läßt und dann schnell wieder abdreht.
Zur
Stählung von Körper und Geist gehören eine beständige Leibesertüchtigung
ebenso zum festen Lehrplan wie eine allmorgendliche Rondraandacht, das Erlernen
von Sprache und Schrifttum des Mittelreiches oder das höfische Benehmen.
Daneben
dürfen die Jungen und Mädchen eines Jahrganges auch ihre täglichen Aufgaben
bezüglich der Pflege von Waffen, Rüstung und Pferdegeschirr ableisten.
Bei
den zahlreichen Ausritten in den nahen Wäldern und Wiesen außerhalb des
Gutshofes zeigen die Lehrmeister schließlich ihren Zöglingen die kleinen
Kniffe des Lebens in der freien Natur, die Jagd mit Bogen und Speer und das Überleben
in der Nähe einer Orkmeute.
Dem
harten, aber gerechten Schulleiter Hlûthar von Schellenstein unterstehen zwei
Fechtlehrer, ein Reitlehrer und gut 24 Zöglinge aller Jahrgänge. Für gewöhnlich
beginnen die Zöglinge im zwölften Sommer ihre umfangreiche Ausbildung, jedoch
müssen die zahlreichen Kinder aus nicht adligen oder reichen Häusern einen Götterlauf
länger bleiben, da sie als entsprechende Gegenleistung für ihr Stipendium im
Stall als Reitknecht und als Tutor für die jüngeren Zöglinge ableisten müssen.
Der
alte Recke von Schellenstein konnte schon in der Vergangenheit auf die Unterstützung
einiger befreundeter Gildenmeister und die geistliche Betreuung des
Rondraschreines durch die Priester der himmlischen Leuin vertrauen. Nur zu gerne
steht Schwertbruder Bodar von Reifenberg der Schule mit dem Wissen seiner Kirche
beiseite und gestaltet so auch die Übergabe des Kriegerbriefes am Tag des
Schwures durch einen Göttinnendienst mit.
So
begehrt der Kriegerbrief von “Lechdans Erbe” auch ist, so stehen seine
Absolventen doch unter einer großen Verantwortung. Bevor ein jeder Absolvent
seinen Brief aus den Händen des eisernen Schulleiters überreicht wird, leistet
er seinen Schwur im Namen Rondras auf die Klinge des alten Greifenbergers. Dies
geschieht auch im Gedenken an die Heldentat eben jenes Barones und weiterer fünf
tapferer Ritter, die mit der Brücke über die Bärenklamm den einzigen,
gangbaren Weg bis zum Tode verteidigt hatten und so den geschlagenen Resten der
Thuranischen Legion in der Schlacht am Nebelstein den Rückzug erlaubten.
Der
Name “Lechdans Erbe” gemahnt im übrigen an den ersten Helden der Menschenvölker
in dem aufstrebenden Saljeth, daß von den Orken blutig erstürmt wurde und nur
mit Hilfe dieses Helden und eines wahrhaftigen Greifen konnten die Überreste
von ihnen befreit werden.
SS
Voraussetzungen:
MU 13+, IN 11+, GE 11+, KK 12+, JZ 5-,
AG 4-
Veränderung
der Talentwerte:
Boxen
+1, Hruruzat - 2, Ringen +1, Linkshändig +1,
Stichwaffen -1,
Scharfe Hiebwaffen +1, Speere / Stäbe +1, Stumpfe Hiebwaffen +1, Lanzenreiten
+1, Schußwaffen +1, Schleuder -1, Körperbeherrschung +1,
Reiten +1, Schleichen +2, Schwimmen +1, Selbstbeherrschung +1, Sich Verstecken -2,
Gassenwissen -1,
Feilschen -1,
Orientierung +1, Tierkunde +2, Wildnisleben +1, Lesen/Schreiben +1, Abrichten
+2, Falschspiel -1,
Gefahreninstinkt +1, Glücksspiel -1
Die Abgänger der Kriegsschule “Lechdans Erbe” erhalten nur noch 20
Steigerungsversuche zur Ausgestaltung ihrer Talente - die restlichen 10 sind bereits in den oben genannten Veränderungen
inbegriffen.
¹
Die irdische Entsprechung des geflügelten Satzes “Oheim stehen” ist wohl am
besten mit “Pate stehen” zu übersetzen -
Anm. d. Red.
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