Brandons Ehr auf Argenfels

Hier, unweit von dem mäandrierenden Fluss Lethe und nur wenige Hundert Schritt neben der Reichsstraße liegt das Naturwunder der Baronie – Der Tafelberg Argensfels. 150 Schritt erhebt er sich über die umliegenden Lande und hat am Fuß einen Durchmesser von 300 Schritt. Steil ragen die blanken Felsen in die Höhe. Die Fläche auf dem Gipfel des Berges lässt sich über einen umlaufenden Weg erreichen, den die Geweihten und Konversen, unter Ausnutzung eines uralten, verfallenen Weges, in den Fels geschlagen haben.

Oben angekommen bietet sich auf die umliegenden Lande ein atemberaubender Ausblick. Wendet sich der Besucher jedoch dem Hochplateau zu, kann er auf der östlichen Hälfte des fast kreisrunden Plateaus den wehrhaften Bau des Praiosklosters sehen. In der Mitte des Plateaus befindet sich jedoch ein Kreis von sieben hoch aufragenden, nachtschwarzen Monolithen.

Das Kloster besteht im wesentlichen aus einem drei-schiffigen Sakralbau mit einem, am Westende quer angesetzten Flügel, der jeweils fünf Schritt über die Außenmauern des Hauptgebäudes hinausgeht und im Inneren fünf Schritt breit ist.

Der Hauptbau verfügt über das Hauptschiff, welches 20 Schritt lang und 10 Schritt breit ist. Daran schließen sich zu jeder Seite noch die Seitenschiffe an, die jeweils 3 Schritt breit sind und im Gegensatz zu der Innenhöhe des Mittelschiffes von 15 Schritt nur eine Höhe von 10 Schritt im Giebel aufweisen. Das Dach an den Seitenschiffen ist jedoch etwas zurückgesetzt, um jeweils einem Wehrgang Raum zu bieten, der sich auf sieben Schritt Höhe befindet.

Die östliche Querseite verfügt in einer Höhe von sieben Schritt über eine Ausbuchtung nach außen von 2,5 Schritt Tiefe. Damit ist die schwere, östliche Eingangstür überdacht. Die Ausbuchtung beherbergt den innen liegenden Wehrgang, über den man auch die offenen, seitlichen Wehrgänge erreicht. Über der Eingangstür befindet sich ein verschließbares Loch, aus dem ggf. kochendes Pech gegossen werden kann.

Die westliche Seite des Klosters entspricht in ihrer Bauart der östlichen, nur ist sie länger und die Wehrgänge enden an den beiden östlichen Endpunkten des Vorsprunges, so dass der Wehrgang als ein „U“ beschrieben werden kann. Letztendlich dient der Verteidigung des Klosters aber auch eine einfache Wehrmauer etwas unterhalb des Gipfels, welche den Weg versperrt und nur eine kleine Türe aufweist, durch welche die Gäste das Hochplateau betreten können.

Unweit des Klosters befindet sich der unheimliche Steinkreis, den zu bewachen die eigentliche Aufgabe der hier stationierten Bannstrahler und der Diener des Praios ist.

Während der Namenlosen Tagen am Ende des Jahres 55v.Hal hat hier der verderbte Lepakan Kundus seinen letzten Kampf gegen die Bannstrahler unter Brandon Hilberan gekämpft. Die steinernen Stehlen hat er für seine verderbte Beschwörung dreier Azzitai genutzt, welche ihm fast den Sieg erkämpft hätten. Doch schließlich musste er sich selbst gegen Brandon stellen und verlor den mit Magie und göttlicher Hilfe geführten Kampf. Brandon starb jedoch auch und sandte mit der Macht Praios sein Vermächtnis an den damaligen Praetor des Greifenfurter Tempels: „Die Macht des Ortes auf Argens Fels sollte gebrochen werden und niemals mehr für die dunklen Kräfte dienstbar sein.“

Es stellte sich jedoch heraus, dass niemand die Monolithen zerstören konnte. Die völlig glatten Nadeln aus tief schwarzem Gestein (Obsidian) ließen sich nicht zerstören.

Die Seitenflächen der Stelen sind jeweils zwei Schritt lang und strecken sich 25 Schritt in die Höhe. Dort verjüngen sie sich auf einen Schritt Durchmesser und bilden nach weiteren zwei Schritten eine Spitze aus. Diese feinen Spitzen auch sind es nach Ansicht der Geweihten, die im Wind einen unheimlichen Ton erzeugen, der über das Hochplateau weht. Manchmal klingt es wie das Schreien einer uralten Frau, dann wieder wie das Heulen eines Säuglings. An anderen Tagen widerrum klingt es, als führe jemand mit einem nassen Finger über einen Glasrand.

Keine Waffe vermochte bisher auch nur einen Kratzer in die Stelen zu schlagen und keine göttliche Macht wollte oder konnte bisher die Felsnadeln zerstören.

Die Monolithen stehen am Rand eines Kreises. Die Markierung bildet eine aus dem gleichen Gestein geformte, ein Spann breite Linie, die zur Mitte hin eine Vertiefung aufweist. Diese Vertiefung mündet jeweils in einem kleinen, kreisrunden Loch am Fuß des Monolithen.

Weiterhin geht eine solche Linie zur Mitte des Kreises, die ihren Ursprung jeweils am Fuß eines der Monolithen hat und in einer zwei Schritt durchmessenden Scheibe mündet. Diese Scheibe besteht ebenfalls aus dem dunklen Stein und vertieft sich zum Zentrum.

Daher entschloss dich die Kirche des Praios dem Steinkreis ein Gegengewicht gegenüber zu stellen und errichtete in fünf Jahren das wehrhafte Kloster und verstärkte den Weg zum Gipfel, den sie mit einer Wehrmauer kurz unterhalb des Gipfels verschloss. Bis heute hat seit dem 01.Praios 49v.Hal niemand ungewollt Argensfels, wie er heute heißt, betreten oder den Platz zwischen den Monolithen betreten.

CK, VW 6.3.04